20.11.2007

FGF verleiht Gründungsforschungspreis und Studienpreis 2007

Für seine herausragende wirtschaftswissenschaftliche Dissertation zum Thema „Unternehmensgründungen in der Biotechnologiebranche“ ist Holger Patzelt vom Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena mit dem Gründungsfor­schungspreis 2007 des Förderkreises Gründungsforschung (FGF) ausgezeich­net worden.

 

Die diesjährige Preisträgerin des FGF-Studienpreises ist Diplomkauffrau Carina Lomberg. Ihre Forschungsarbeit, die an der Universität Duisburg Essen ent­standen ist, mit dem Titel „Personalanreizstrategien junger Wachstumsunter­nehmen – Eine empirische Untersuchung auf Basis der Anreiz-Beitrags-Theo­rie“ wurde prämiert


FGF-Gründungsforschungspreis 2007: Biotechnologie ohne Finanzspritze?

Bei der Lektüre der Forschungsarbeit von Holger Patzelt werde jeder Wissenschaftler in Spannung gehalten, würdigte Professor Josef Mugler, Vorsitzender der FGF-Jury, den Preisträger des FGF-Gründungsforschungspreises 2007 in seiner Laudatio. „Die Arbeit widmet sich einem ganzen Satz an wirtschaftswissenschaftlichen Fragen, die jedoch zusammen einen Kernforschungsansatz ergeben.“ Der mit 5.000,- Euro dotierte Preis - gesponsert vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG - wurde dieses Jahr bereits zum elften Mal verliehen.

Mugler verwies darauf, dass die meisten Unternehmen der Biotechnologiebranche  junge, forschungsorientierte Unternehmen seien, die stark von der Zufuhr von Kapital von außen, durch Investoren abhängig seien. Dadurch haben sich für die For­schungsarbeit von Holger Patzelt vier Kernfragen ergeben: Wie können diese Unter­nehmen in einem sehr restriktiven Venture Kapitalmarkt überleben? Welche Bedeu­tung haben Mergers, Acquisitions und strategische Allianzen für die Kapitalzufuhr? Wie kann ein Biotechnologieunternehmen in einem unfreundlichen Umfeld überle­ben, wenn es seine Basistechnologie verliert? Wie gehen Venture Capital Investoren mit dem hohen Ausfallrisiko um?

 

Der promovierte Naturwissenschaftler Holger Patzelt begann sich in zunehmendem Maße für die wirtschaftlichen Zusammenhänge biologischer und biotechnologischer Forschung zu interessieren. Er absolvierte ein Fernstudium zum Wirtschaftschemiker. Nach seinem Wechsel an die Fakultät für Sozial- und Wirt­schaftswissenschaften der Universität Bamberg begann er mit seiner  Forschungsar­beit. Der genaue Titel lautet „Bioentrepreneurship in Germany“ mit dem Zusatz „In­dustry Development, M&As, Strategic Alliances, Crisis Management and Venture Capital Financing“. Es ist die erste englischsprachige Arbeit, die der FGF mit dem Grün­dungsforschungspreis auszeichnet.

 

FGF-Studienpreis 2007: Nachwuchs auf Erfolgskurs

 

Da die wesentlichen Säulen des FGF die Forschung, Ausbildung und Netzwerkbil­dung im Bereich Entrepreneurship seien, lege der FGF einen besonderen Schwer­punkt auf  die akademische Nachwuchsförderung, erklärte Frau Professor Volkmann von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Der Preis für die beste Studienarbeit 2007 im Bereich Entrepreneurship gehe an Frau Lomberg, weil sie „in allen Punkten Her­ausragendes geleistet hat.“ Ihre Arbeit zeichne sich durch eine durchgängig hohe Qualität mit Blick auf die theoretische Fundierung, die empirische Analyse und das methodische Vorgehen aus.

 

Konkret untersuchte Frau Lomberg die Frage, wie Wachstumsunternehmen, trotz ihrer knappen Ressourcen, das für das angestrebte Wachstum benötigte Personal akquirieren und binden können. Sie ging der Frage nach, wie Anreize auf Commit­ment und Verbleibeabsicht wirken und in wie weit die tatsächlichen Anreize von den eigentlichen Bedürfnissen der Beschäftigten abweichen. Ihre Ergebnisse seien durchaus praxisrelevant, hob Frau Professor Volkmann in ihrer Laudatio hervor.

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